A personal Christmas message 2018

Dear community,

Christmas is a time to reflect, a time of peace and reunions. Unfortunately, this is not the case all around the world.

This year we remembered that 100 years ago the first big war finally came to an end. Many people did not return, many families were not reunited and Christmas trees, as they had found their ways into modest households at the end of the 19th century, were a rare luxury for many. It is the time to remember our ancestors and their hardships, but also moments of joy and happiness.

The freedom of the nations in the world is something everybody should care and long for. Are we willing to struggle for it or are we going to sacrifice it for greedy power elites?

One very meaningful day for me this year was a visit to Guernica, a Basque town that had been totally bombed in 1937. I remember school children playing there today. This generation has overcome, but universal peace still does not exist. A peace museum and the old oak remind us of the true meaning of freedom and peace. The more positive vibrations we bring to the world and the more we focus on our freedoms – the freedom of speech, of thought, of movement, of traveling, of expressing ourselves, of privacy – the more will it finally prevail. The more we keep focusing on the opposite though, the more fearful and intimidated we will become.

I wish you all a positive spirit, thoughts of love and sharing and friendly reunions wherever you may be.

A warm thank you for your support of this blog over the past few years!

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 MERRY CHRISTMAS & A HAPPY NEW YEAR 2019 !

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Taugt die EU als Krisenmanager?

Der G20-Gipfel ist zu Ende gegangen und man hat sich in einem Abschlusspapier auf “Multilateralismus” als Formel für die Probleme geeinigt. Doch wird dieser Multilateralismus gelebt? Innerhalb der EU kämpfen die großen Staaten, Deutschland und Frankreich, mit ihren eigenen Problemen, die Regierungen sind angezählt. Das Vertrauen der Bevölkerung in Angela Merkel und Emmanuel Macron sind drastisch gesunken.

Multilateralismus bedeutet einerseits Verantwortung, vor allem von kriegstreibenden Nationen, die Flüchtlingsbewegungen und Chaos in der Welt auslösen. Andererseits bedeutet es, einen Dialog zu führen, anstatt Säbelrasseln und einen Rüstungswettlauf. Am Ende muss die EU wieder glaubhaft für die Bevölkerung werden, was momentan nicht der Fall ist.

https://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/1006037_Taugt-die-EU-als-Krisenmanager.html

(Wiener Zeitung, 03/12/2018)

ENGLISH SYNOPSIS

The G20 summit is over and the term “multilaterialism” found its way on the final paper as a solution to the problems in the world. But how is this multilateralism lived? In the European Union, the biggest countries Germany and France have to cope with their own problems as their governments are at stake. The trust of the civil population in Angela Merkel and Emmanuel Macron has decreased dramatically.

On the one hand, multilateralism means responsibility, especially of war-leading nations that cause refugee movements and chaos in the world. On the other hand, it means to strengthen dialogue instead of saber-rattling and arms races. At the end of the day, the EU has to become authentic again in the eyes of the populations, which isn’t the case at present.

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Global Peace – Memorial WW1

Let us remember the end of the first big war, World War One, a hundred years ago, on 11 November 1918. The war killed millions of people around the globe, of many different nations, confessions and social groups, starved civilians and tore families apart.

Let us remember our global responsibility to maintain peace and remind the political and economic elites as well as the media of their responsibility to secure global peace. Let us remind them that peaceful actions need to follow words and statements and that only dialogue will contribute to the prosperity of all nations.

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Erinnern wir uns an das Ende des ersten großen Krieges, des Ersten Weltkrieges, vor einhundert Jahren, am 11. November 1918. Der Krieg hat das Leben von Millionen Menschen auf der Welt, aus verschiedenen Nationen, Konfessionen und sozialen Gruppen, gefordert, die Zivilbevölkerung hungern lassen und Familien auseinander gerissen.

Denken wir auch an unsere globale Verantwortung, den Frieden zu wahren, und mahnen wir politische und wirtschaftliche Eliten und die Medien an ihre Verantwortung, globalen Frieden zu gewährleisten. Erinnern wir sie, dass friedliche Handlungen Floskeln und Erklärungen folgen müssen und dass einzig Dialog zum Wohlstand der Nationen beitragen wird.

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Steht Saudi-Arabien vor einem Richtungswechsel?

Die mysteriöse Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im Konsulat in Istanbul wirft viele Fragen auf. Sie könnte auch zu einem Richtungswechsel in der Außenpolitik von Saudi-Arabien führen. Der Thron, auf den Muhamed-bin-Salman (MBS) folgen soll, wackelt – und zwar bereits seit 2014, als er laut Medienberichten durch eine Palastrevolte den Erbolgekampf gegen Muhamed-bin-Nayef gewann.

Durch mögliche Sanktionen des Westens steht der Quincy-Pakt, der 1945 die Freundschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien besiegelte, erstmals in Frage. MBS und das Königshaus haben bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Waffendeals mit China und Russland könnten jene mit Deutschland und dem Westen schon bald ersetzen und eine neue Ära am Arabischen Golf und in den internationalen Beziehungen einleiten.

Mehr dazu in meinem aktuellen Kommentar

(Wiener Zeitung, 28/10/2018)

ENGLISH SYNOPSIS

Will Saudi Arabia change its foreign policy?

The mysterious killing of journalist Jamal Kashoggi in the Consulate in Istanbul raises many questions. It may even lead to a change in Saudi Arabia’s foreign policy strategy. The throne, which Muhamed-bin-Salman (aka MBS) is expected to ascend, isn’t secure at all – already in 2014, according to media reports, there had been a palace riot which MBS won against his competitor, Muhamed-bin-Nayef.

Potential sanctions by Western countries against the desert kingdom would also weaken the Quincy Agreement, which sealed the friendship between the US and Saudi Arabia in 1945. MBS and his government have already threatened with retaliation. Weapon deals with China and Russia may then replace present deals with Germany and other Western nations and even start a new era in the Arab Gulf and in international relations.

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Theo Angelopoulos: Griechenlands letzter Nomade

Seine Filme erzählen von Pathos, von der Liebe und vom Tod. In ihrer Tiefgründigkeit sind sie bis heute aktuell geblieben. Als Regisseur hat Theo Angelopoulos Grenzen überschritten und Weltruhm erlangt. Der Blick des Odysseus (Το βλέμμα του Οδυσσέα) ist ein Epos über den Balkan, das seinesgleichen vergeblich sucht. Die Ewigkeit und ein Tag (Μια αιωνιότητα και μια μέρα) wurde 1998 in Cannes mit der Goldenen Palme prämiert. – Über das Schaffen eines griechischen Ausnahmekünstlers.

Er liebte das Meer und die Berge. Vor allem aber liebte er den Nebel, dem schemenhafte Gestalten entstiegen. Erinnerungen, bruchstückhaft und zerbrechlich, als würden sie sich so rasch wieder im Äther auflösen, wie sie vor seiner Kameralinse aufgetaucht waren. Als Sohn eines Athener Parfümeriefabrikanten hat Thodoros Angelopoulos schon als in Kind in die politischen Abgründe seiner Zeit geblickt: in ein hartes und düsteres Griechenland, wo 1941 deutsche Truppen einmarschiert sind, und in das Grauen von Diktaturen, das ihm schon früh die dunkelsten Seiten des Lebens vor Augen geführt hat. Kann man sich überhaupt von seiner Vergangenheit, seinen unerfüllten Sehnsüchten und Ängsten, dem Gefühl von Verlust loslösen? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Narrative und Epen des Filmemachers, der wie kein anderer dem Genre Autorenfilm in Griechenland neue Strahlkraft verlieh, ohne sich jemals anzupassen.

Was für die Franzosen ein Francois Truffaut und die Schweden ein Ingmar Bergmann, ist Theo Angelopoulos für die Griechen geworden: ein renommierter Regisseur, der Autobiografisches geschaffen hat. Ein Reisender und Suchender, ein Auswanderer und Geflohener, ein Heimkehrer und Märchenerzähler. Es ist seine eigene Lebensgeschichte, die wir in den Protagonisten seiner größten Werke wiedererkennen. In der Auswahl seiner Hauptcharaktere, die er in seinen Drehbüchern entworfen hatte, wollte sich Theo selbst wiederfinden. Und es gelang ihm mit einem Staraufgebot: Marcello Mastroianni als Bienenzüchter (in Der Bienenzüchter), Harvey Keitel als der Filmemacher A. (in Der Blick des Odysseus) und Bruno Ganz als Schriftsteller und Poet Alexandros (in Die Ewigkeit und ein Tag), um nur wenige zu nennen. Sie verkörperten den Typ eines Nomaden, als welchen sich Angelopoulos Zeit seines Lebens sah. Ein Mensch, der an seine Grenzen stößt. Ein alter Mann, der vor einem Übergang steht und der Raum und Zeit fließend, nicht sprunghaft, überwindet. Denn die Übergänge und Schnitte in  Angelopoulos´ Spielfilmen sind so langsam und geduldig wie die Irrfahrten und Leiden des Odysseus.

Als Grieche, der seine Jugend selbst im Pariser Exil verbracht und daraus Inspiration geschöpft hatte, war die Diaspora für ihn immer ein zentrales Thema. In The Dust of Time, dem zweiten Teil seiner unvollendeten Filmtrilogie, schlüpfen wir mitten ins Liebesdrama des vom Bürgerkrieg geflohenen griechischen Paares Spyros und Eleni. Sie finden sich im verschneiten sowjetischen Taschkent wieder, lieben sich in einer Straßenbahn und werden gewaltsam auseinandergerissen. In Sibirien schließt Eleni mit dem deutschen Juden Jacob Freundschaft, der sie nach New York begleiten wird, um nach ihrer Jugendliebe Spyros und ihrem Sohn, den Regisseur und eigentlichen Protagonisten, zu suchen. Traurige Geschichten und schicksalshafte Begegnungen, wie sie das Leben schreibt, von der Melancholie balkanischer Weisen untermalt, meist jedoch stumm und ausdrucksstark, ohne einen Anflug von Sentimentalität oder Gefühlsduselei.

Beim Filmfestival von Cannes 1995 geht die Goldene Palme nicht an Angelopoulos, dessen Balkan-Epos Der Blick des Odysseus als heißer Favorit gehandelt wird, sondern an den Serben Emir Kusturica. Der griechische Regisseur verleiht seiner Enttäuschung Ausdruck. „If this is what you have to give me, I have nothing to say“, verkündet er knapp, nachdem er den Großen Preis der Jury entgegengenommen hat. Mit dem Trostpreis, wie er findet, verlässt er die Bühne. Während Kusturica in seinen Filmen ein farbenfrohes und tragikomisches, oft ziemlich ironisches Balkanbild entwirft, sprüht aus den Werken von Angelopoulos ernsthafter Pathos, den man meist nur von griechischen Dramen kennt. In Der Blick des Odysseus begibt sich der Filmemacher A. auf die Suche nach den verschollenen Filmrollen der Brüder Manaki, Filmpioniere der Jahrhundertwende, als der Balkan noch unter osmanischer Herrschaft stand. Es ist eine Reise, die uns Einblick in die Zerrissenheit und Entfremdung einer Region gibt. Schließlich trifft A. den Leiter des Filmmuseums S., der mit seiner Tochter und einem Buben dem Bombenhagel in Sarajevo trotzt. Im dichten Nebel lässt sich A. zu einem Tanz verleiten, bis die Grausamkeit des Krieges auch ihn einholt. Das zum Teil offene Ende des Dramas vermittelt den Eindruck, als schließe sich ein Kreis, als stehe man wieder am Anfang der Geschichte.

Wie ein Gewebe durchzieht Poesie Angelopoulos´ Spielfilme. Einerseits in den Dialogen, die er weder spärlich noch übermäßig einsetzt. Andererseits in den Bildern, die der Regisseur vor seine Kamera bringt und einmal in einem Interview mit Aquarellen verglichen hat. Teils erschrecken sie durch ihren Realismus, der allerdings selten brutal wird. Teils wirken sie surreal und dystopisch. So etwa, wenn ein monumentaler Lenin-Kopf auf einem Schiff die Donau entlang gleitet. Oder wenn geisterhafte Gestalten hinter dem Grenzzaun zu Albanien kleben wie verdammte Existenzen einer anderen Welt.

1998 wurde Angelopoulos endlich in Cannes die Goldene Palme für Die Ewigkeit und ein Tag überreicht. Das Filmdrama zeigt den letzten Tag eines krebskranken Schriftstellers. Wie so oft verschwimmen auch hier Rückblenden mit den Handlungen der Gegenwart spielerisch und lebendig. Fluchtpunkt und Sehnsuchtsort ist das stattliche Elternhaus von Alexandros an einem Strand in Saloniki. Dort hat seine Frau Maria ihre Tochter zur Welt gebracht. Jetzt hat es sein Schwiegersohn verkauft. Zwischen dem Aufflackern der Erinnerungen von Alexandros drängt sich die bittere Wirklichkeit eines albanischen Straßenjungen, der selbst mit dem Tod konfrontiert wird. Auf berührende Weise treffen sich der Bub und der Sterbenskranke, um im Morgengrauen wieder voneinander Abschied zu nehmen. Romantische Strandidylle, ein schäbiges Lagerhaus im Untergrund, eine ausgelassene Roma-Hochzeit und zahlreiche triste, verschneite oder vom Nebel umhüllte Einöden. Die Kontraste, die Angelopoulos in seinen Filmen in Szene gesetzt hat, sind so vielfältig und stark wie jene zwischen Liebe und Hass, zwischen Leben und Tod. Und doch hat der griechische Nomade, der 2012 bei einem Verkehrsunfall in Athen ums Leben kam, bewiesen, dass selbst diese Grenzen sehr durchlässig sein können.

© Filmkritik von Stephan Haderer

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Eine Gratwanderung im Nahen Osten

Österreichs Bundesregierung zeigt sich pro-israelisch. Auch am Rande der UN-Generalversammlung in New York ist das Verhältnis zwischen dem israelischen Regierungschef Benjamin (“Bibi”) Netanjahu und Sebastian Kurz sehr amikal. Die Sicherheit Israels hat vor Kurz bereits die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zur “Staatsraison” gemacht – und dafür Kritik vom früheren Kanzler Helmut Schmidt eingesteckt.

Österreich taumelt zwischen einer neuen pro-aktiven Außenpolitik und seiner Neutralität. Es bleibt unklar, wie sich das Land in den Friedensprozess einbinden will. Die Zwei-Staaten-Lösung, die neben US-Präsident Donald Trump auch Sebastian Kurz anstreben, stößt nach wie vor auf geostrategische und sicherheitspolitische Probleme.

Mehr dazu in meinem aktuellen Gastkommentar.

(Wiener Zeitung, 28/09/2018)

ENGLISH SYNOPSIS

A Tightrope Walk in the Middle East

The Austrian government acts pro-Israel. At the UN General Assembly in New York the meeting between Austrian Chancelor Sebastian Kurz and Israel’s Prime Minister Benjamin (“Bibi”) Netanyahu was – once again – very cordial. Before Kurz, German Chancelor Angela Merkel already declared Israel’s safety as a “reason of state”, though she was criticized by former Chancelor Helmut Schmidt for that step.

Austria seems to be staggering between her new pro-active foreign policy approach and her neutrality. It remains unclear how the country will take part in the peace process. The two-state-solution, which Sebastian Kurz favors besides US-President Donald Trump, still faces geopolitical and security issues.

 

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Riskante Perspektiven für den Balkan

Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft möchte man die Westbalkan-Länder in die EU führen. Unter anderem wird ein Gebietstausch zwischen Serbien und dem Kosovo vorgeschlagen, der ein großes Risiko mit sich bringt. Ethnische Spannungen könnten dadurch nämlich wieder aufflammen. Dem übereilten (Ver-)Handeln liegen mehrere Ängste zugrunde:

  • Brüssel fürchtet, dass der Balkan Europa langsam entgleiten könnte, da China maßgeblich für das Projekt der Neuen Seidenstraße (“Ein Gürtel – Eine Straße”) auf der Balkanhalbinsel Investitionen tätigt.
  • Die Nähe Serbiens zu Russland wird als Problem erachtet und man erhofft sich durch Serbiens EU-Beitritt wohl auch eine Mitgliedschaft in der NATO.
  • Durch die EU-Erweiterung gibt es nur noch eine EU-Außengrenze in Griechenland und man erwartet eine Erleichterung der Migrationsströme über die Balkanroute. Allerdings wird auch ein Beitritt nichts an der Migrationskrise (am Problem der Dublin-Regelung) ändern.

Mehr dazu in meinem aktuellen Gastkommentar

(Wiener Zeitung, 04/09/2018)

 

ENGLISH SYNOPSIS

Risky prospects for the Balkans

The Austrian EU-presidency aims to lead the West-Balkan countries into the European Union. Among other ideas, a territorial exchange between Serbia and Kosovo is suggested, which, however, bears a high risk as ethnic tensions are likely to re-emerge. The hurried schedule is based on various fears:

  •  Brussels fears that the Balkans may sooner or later slip out of its control. China has increased its investments on the Balkan Peninsula as part of its New Silk Road (“one belt – one road”) initiative.
  • Serbia’s good relations with Russia are considered to be a problem and with Serbia’s membership in the EU policymakers probably hope for its accession to NATO.
  • With the integration of the Balkan countries in the EU there will only be one external border (Greece) and governments are hoping to solve the migration waves across the Balkans. However, even an EU-membership is not going to solve the migration crisis (or the issue of the Dublin regulation).
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